Renntraining in Schweden . Ein heisses Wochenende.

Und eigentlich wollte ich mir noch etwas zeit zu eingewöhnen geben, aber  Torsten hatte mir so von der tollen Rennstrecke in Südschweden vorgeschwärmt. Dort sollte es zwei Steilkurven , Sprunghügel sowie blind zu fahrende Kurven geben und das alles in einem idyllischem Wald gelegen. Na, wenn das nicht vielversprechend klingt. Und so meldete ich mich mit an.

Die Anmeldung ging völlig unkompliziert bei www.Race4fun.dk vonstatten. Dann hiess es nur noch für uns, den Transporter vollpacken und losfahren. Um 18,00 uhr starteten wir und kamen perfekt getimt an der Fähre in Puttgarden an. Angekommen in Dänemark ging es weiter auf der Vogelfluglinie Richtung Schweden. Dort wurden an der Grenze  fast alle Transporter durchsucht, wohl auf der Suche nach Flüchtlingen.

Ca. gegen 23,00 uhr kamen wir denn endlich im Fahrerlager an der Rennstrecke Knutstorp , nähe Kägeröd an. Unsere dänischen Kumpels, Klaus und Bent,  warteten schon mit Grillgut und Kaltgetränken . Sie  hatten einen Platz für uns direkt neben ihnen freigehalten. Dann hiess es noch , Pavillon und Zelt aufbauen, sowie die Moppeds vorbereiten.

Am nächsten Morgen ging es zur Fahrerbesprechung, die komplett auf Dänisch erfolgte,

glücklicherweise hatten wir ja zwei Übersetzer  dabei, die uns die wichtigsten Dinge erklärten. Es gab vier Gruppen, grün, blau rot und schwarz. Grün, die absoluten Neulinge, Blau die guten Fahrer mit Rennsteckenerfahrung, Rot, die Semiprofis und schwarz die Topfahrer. Ich hatte mich für  blau angemeldet, da ich die Strecke noch nie vorher gefahren war. Jede Gruppe fuhr immer 15 min. , so dass man jede Stunde zur gleichen Zeit fahren kann. Man könnte jetzt meinen , dass man immer so lange warten muss bis zum nächsten Törn. Aber die Zeit fliegt so schnell dahin. Essen, Trinken, auf Toilette und kurz ausruhen und schon ist die Zeit vergangen.

Bei dem ersten Törn ist absolutes Überholverbot, um die Strecke kennen zu lernen und sich langsam warm zu fahren. Da es für mich das erste Mal hier war und ich weder die Einlenk- sowie die Bremspunkte kannte, eierte ich förmlich um die Strecke und es staute sich hinter mir, was mich nur nervöser machte. Eine Kurve ist besonders blöd , da man sie nicht einsehen kann und nicht weiss wie es da weitergeht. So fuhr ich denn auch nach ein paar Runden wieder raus. Und suchte mir einen Guide, die vom Veranstalter gestellt werden , der mir die richtige Kurvenlage zeigen sollte. Er fuhr eine recht auffällige orangene  KTM RC 8.

Die nächsten Törns lief es langsam immer besser und ich erkannte allmählich wie ich die Kurven angehen musste. Aber es wurde gegen Mittag immer heisser und schwüler und beim letzten Törn des Tages zogen immer schwärzere Gewitterwolken auf.

Ziemlich düstere Atmosphäre, während des Fahrens blitzte es schon und es war nur eine Frage der Zeit bis es hier gewaltig anfangen würde zu regnen. Und so war es dann auch. Kaum hatten die letzten Fahrer ihre Kreise gefahren, brach ein schwerer Hagel-und Regenschauer über uns herein. Innerhalb kürzester Zeit stand das Wasser überall. Und leider war der Platz auf dem wir standen, genau der, wo ein Ablaufgully war. Aber so schnell wie er gekommen war , verschwand er auch wieder. Und innerhalb kurzer Zeit trocknete die Strecke wieder ab. So das wir doch noch in Ruhe grillen konnten.

Der Sonntag begann für mich recht entspannt, da ich  früh ins Bett gegangen war . Die Kumpels hatten noch einen leichten Kater vom Bier und Wein. Es gab wieder eine Fahrerbesprechung, da einige Fahrer nur jeweils einen Tag gebucht hatten und nicht wie wir das ganze Wochenende.

Bei mir lief es jetzt richtig rund und bei jedem Lauf gab es kaum einen den ich nicht überholen konnte. Und dass, obwohl die meisten wesentlich bessere und neuere Maschinen hatten. Ducati Panigale, Suzuki GSXR 1000, BMW 1000RR usw. Teilweise bis 200 PS und bessere Bremsen. Vom Fahrwerk ganz zu schweigen. Aber die Strecke kommt mir auch sehr entgegen, da es hier nur Kurven gibt, bis auf eine lange Gerade , wo ich leider jedes Mal das Gefühl habe zu stehen. Mit meinen 54 PS reisse ich leider keine Bäume aus. Aber selbst den Guide mit seiner KTM konnte ich das eine oder andere mal ärgern und ihn überholen. Aber irgendwo sind halt Grenzen gesetzt.

Besonders die Rechtskurven machten mir zu schaffen, da dort machmal der Krümmer aufsetzte. Nachdem ich aber mein Federbein etwas verstellte , konnte ich ein paar Millimeter mehr Schräglage rauskitzeln. Desweiteren hatte ich an der Hawk meine Sportreifen Rosso2 , die ich noch vom Fischereihafenrennen liegen hatte , vom Reifenhandel Voss umziehen lassen. Hier vor Ort passte ich denn auch gleich den Reifendruck an. Was auf der normalen Strasse mit 2,5 bar völlig in Ordnung ist, ist auf dem  Rennkurs viel zuviel, da sich der Reifen dermassen erwärmt, dass der Druck teilweise bis zu 0,6 bar steigt. Damit wäre der Reifen ansonsten viel zu hart. Zusätzlich habe ich noch einen Ölwechsel gemacht. Das war es dann auch schon wieder.

Im laufe des Tages gab es ein paar Stürze, die aber bis auf paar Kratzer im Lack und im Ego keine weiteren Schäden hinterliessen. Sowieso muss ich sagen, dass die Veranstaltung sehr gut organisiert war und alles reibungslos verlief. Ich selbst habe erlebt, wie zwei Fahrer vor mir weggerutscht oder auf dem Gras gelandet sind. Ich habe sie wohl etwas nervös gemacht. Bei einen Runde konnte ich mir von Bent seinen Laptimer ausleihen. Bent fährt mit seiner Aprilia RSV4 mit 201 PS in der schwarzen Gruppe. Und das mit Rundenzeiten von ca. 1,06 min. Ich bin ca. 10 sek langsamer. Und das bei der kurzen Strecke.Das ist schon eine andere Hausnummer.

So langsam geht der Tag zu Ende und wir packen unsere sieben Sachen und machen uns leicht erschöpft aber glücklich wieder auf dem Heimweg. Wieder ein paar neue Freunde getroffen und um einige Erfahrungen reichen. Eine tolle Strecke , gerade auch für leistungsschwächere Motorräder. Wir kommen wieder.

Pünktlich zum Sonnenuntergang biegen wir  zu Hause auf den Hof.

 

 

Hier der Link zum Veranstalter

www.race4fun.dk

 

Hier der Kurs.

www.ringknutstorp.com

 

Thema Arbeitsicherheit;-)

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4 thoughts on “Renntraining in Schweden . Ein heisses Wochenende.

  1. Hallo Hinni,
    ich habe deinen Bericht aus Schweden erhalten und freue mich über deinen
    Unternemensgeist. Du bist schon ein toller Wendtorfer Jung.
    J. Frahm

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