Fischereihafenrennen 2013

Renntraining.

I did it again.

Fischereihafenrennen die Zweite. Ruckzuck ist ein Jahr ‚rum und meine Aussage, dass ich noch eine Rechnung offen habe, sollte ja nicht nur so dahingesagt sein. Also meldete ich mich wieder an, mit dem Ziel wenigstens am Rennen teilzunehmen. Was ich mitzunehmen hatte wusste ich jetzt ja schon, und wie der Ablauf war auch. Das sorgte dafür, dass ich nicht mehr so ungeheuer aufgeregt war und etwas gelassener an die Sache rangehen konnte.

Einen Platz hatte ich schnell gefunden. Dieses mal direkt neben einem Backimbiss und in Nähe der Startaufstellung. Das Wetter sah immer leicht nach Regen aus und während der Anfahrt goss es auch kurz in Strömen, blieb aber während meiner Läufe trocken.

Kurze Pause bei der Hinfahrt im strömenden Regen.

Kurze Pause bei der Hinfahrt im strömenden Regen.

Die Gullydeckel waren auch nicht mehr mit Dachpappe abgedeckt sondern speziell angeraut worden. Sowieso hatte die Rennleitung noch mehr Wert auf die Sicherheit gelegt indem sie die Bordsteine mit selbstgebauten Curbs entschärft und an vielen Stellen riesengroße Luftkissen aufgestellt haben. Auch der Streckenverlauf war fast identisch mit dem letzten Jahr. Es konnte also losgehen.

warten auf das erste Renntraining.

warten auf das erste Renntraining.

Ich hatte mir wie einige andere Fahrer auch, eine kleine Actioncam, die ich am Helm befestigt habe, zugelegt. So konnte ich auch nach den Läufen sehen wo ich mich noch verbessern muss. Dieses mal lief es vom freien Training an richtig gut für mich und ich fühlte mich von vornherein sehr wohl. Dieses schlug sich auch in den Zeiten nieder. So rechnete ich mir aus, dass ich vielleicht doch am Rennen teilnehmen kann und vielleicht auch von 47 gemeldeten Teilnehmern in den Rängen zwischen 40 und 35 landen könnte. Nach den Trainings hieß es also auf die Ausgabe der Zeitnahme warten. Als ich dann den Zettel in der Hand hielt konnte ich es kaum glauben. Wow, ich war auf Platz 23 gelandet. Wahnsinn, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Schliesslich hatten die anderen Fahrer reine Rennmotorräder an den Start geschoben mit allen möglichen Änderungen.Ich hatte seit dem letzten Jahr nichts an der Maschine verändert, außer das sie neuen TÜV bekommen hat.

Dicht am Hinterrad warten auf die Lücke.

Dicht am Hinterrad warten auf die Lücke.

Nun war also der Pfingstmontag, der Renntag, angebrochen und das erste Rennen war recht früh. Richtig lange schlafen konnte ich auch dieses Jahr leider nicht. Die Nachbarn feierten noch bis ein Uhr nachts und die Verkäufer vom Backwagen nebenan lieferten ihre Ware schon um 5.30 Uhr an. Dazu kam, dass meine Luftmatratze während der Nacht ihre Luft verlor. Vorteil war aber, dass ich nun so genügend Zeit hatte meinen Kreislauf durch leichtes Joggen auf touren zu bringen und somit hellwach für das Rennen war.

Nun war es soweit, das 1. Rennen begann und was ich schon immer gut konnte, war schnelles Starten. Das gelang mir auch jetzt halbwegs. Da die Ampelanlage ausgefallen war, wurde mit Flaggensignal gestartet, wobei die hinteren Reihen nicht so gute Sicht hatten. Ich konnte aber doch ein -zwei Plätze beim Start gutmachen, wollte aber gerade in der ersten Kurve nicht alles riskieren und abwarten bis sich alle Fahrer halbwegs sortiert hatten. In der Mitte des Rennens hatte ich ein paar Runden keinen Fahrer, weder vor noch  hinter mir, sodass ich meine eigene Linie fahren konnte. Schneller als erwartet war es wieder vorbei. Und obwohl der Lauf nur 20 min. ging war ich ziemlich durchgeschwitzt. Das konzentrierte Fahren ist unglaublich anstrengend macht aber mindestens genauso viel Spass.

Während der zwei Tage verlor ich über 3 Kilo an Gewicht. Nun war ich natürlich gespannt welchen Platz ich erreicht hatte. PLATZ 16!! Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich war sehr zufrieden mit mir und froh, dass ich mich doch noch angemeldet hatte. Die Zwischenzeit zum nächsten Rennlauf verbrachte ich mit tollen Gesprächen mit anderen Fahrer der Formel 2. Wobei sich herausstellte, dass diese teilweise über 80 PS aus ihren Zweitaktern kitzelten. Der zweite Lauf am Nachmittag war für mich nicht ganz so gut, da ich mich nicht mehr so fit fühlte. Die Anstrengung und der Schlafmangel forderten ihren Tribut. Aber mit einem 19. Platz war ich mehr als zufrieden.

Das war es. Zurück in die Box.

Das war es. Zurück in die Box.

Leider passierte in einem der letzten Läufe ein schrecklicher Unfall. Ein 23- jähriger Fahrer kam ums Leben. Dies ist das erste mal in 56 Jahren des FHR. Die genaue Unfallursache muss noch geklärt werden. Auf der Rückfahrt hatte mich das noch sehr beschäftigt und mein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Aber jeder Fahrer weiß um das Risiko, das er eingeht und muss selbst entscheiden ob er bereit dafür ist. Die Gefahr auf der Landstrasse zu verunglücken oder an ungesunder Lebensweise zu sterben liegt meiner Meinung weitaus höher. Aber dies geht schon ins Philosophische. In Erinnerung bleibt mir aber auch die tolle Atmosphäre während dieser Zeit, die neuen Bekanntschaften mit den anderen Fahrern und die Motivation durch meine Freunde.

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